1/2002
Schwerpunkt: Engendering der Makroökonomie
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Isabella Bakker
Who Built the Pyramids?
Engendering the New International Economic and Financial Architecture
Isabella Bakker analysiert geschlechtsspezifische Elemente globaler Finanzmärkte und der internationalen Finanzarchitektur. Sie fragt nach der Machtverteilung in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftsarchitektur und beleuchtet den Zusammenhang von Nationalstaaten und globalen Akteuren wie dem IWF und der Weltbank. Pointiert wird in ihrem Artikel, dass die gegenwärtige Intensivierung von Globalisierungsprozessen nicht nur klassenspezifisch, sondern geschlechtsspezifisch geprägt ist und mit widersprüchlichen Entwicklungen hinsichtlich der Integration von Frauen in Bildungs-, Wirtschafts- und Politikprozessen einher geht.
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Diane Elson
International Financial Architecture:
A view from the kitchen
Diane Elson diskutiert in ihrem Beitrag die Auswirkungen der Asienkrise 1997/98 für die Konstruktion einer neuen internationalen Finanzarchitektur mit einem "Küchenblick" und aus der Perspektive armer Frauen aus dem Süden. Die Tatsache, dass der IWF und die Weltbank seit der Krise die Zusammenhänge von Finanz- und Sozialpolitik zumindest anerkennen, könnte womöglich ein Gelegenheitsfenster für einen sozialen Umbau der Finanz- und Wirtschaftsarchitektur eröffnen. Allerdings stehe dem das vom IWF nach wie vor favorisierte Mittel der Wahl, nämlich weitreichende Liberalisierungen entgegen. Elson setzt dem eine twin track strategy entgegen: eine umfassende, sozial abgestimmte Strategie in ideeller wie institutioneller Hinsicht, die gerahmt und gestützt wird durch zivilgesellschaftliche Akteure.
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Gülay Çağlar
Engendering der Makroökonomie: Eine Einleitung
Chancen und Grenzen feministischer Ansätze
Gülay Çağlar zeigt Strategien des Engenderings von Makroökonomie auf und diskutiert auch deren theoretische Rahmung. In einem Überblick fasst sie die Kritik feministischer Ökonominnen am verbreiteten Verständnis von Makroökonomie als Ebene monetärer Aggregate zusammen. Dieses geschlechtsblinde Verständnis und Vorgehen habe, gepaart mit einem neoliberalen Politikverständnis, verheerende soziale Implikationen, deren Leidtragende vor allem Frauen seien. Am Beispiel der südafrikanischen Women´s Budget Initiative (WBI) zeigt sie Einflussmöglichkeiten auf eine geschlechtersensible Konzeptualisierung der Einnahme- und Ausgabenpolitik auf allen Staatsebenen auf. Als strategisch wichtig für ihren Einfluss hebt die Autorin die Verortung der Initiative sowohl im zivilgesellschaftlichen Raum wie in staatspolitischen Strukturen hervor und plädiert für eine staatstheoretische Fundierung feministischer Makroökonomie.
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Gita Sen
Engendering von Finanzministerien
Gita Sen weist auf die Notwendigkeit des Engenderings von Finanzministerien hin. Aufgrund ihrer Schlüsselposition für die nationalökonomische Entwicklung sollte besonderes Gewicht auf eine "Etatvergleichsanalyse" gelegt werden, um das Verhältnis von Finanzpolitik und staatliche Ausgaben für Armutsreduzierung und Reproduktionsaufgaben evaluieren zu können und so in ein Gender Mainstreaming einfließen zu lassen und den frauenpolitischen Einfluss innerhalb der Finanzministerien zu erhöhen.
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Brigitte Young
Entwicklungsfinanzierung, Finanzkrisen in Asien und die "Feminisierung der Menschlichen Sicherheit" (human security)
Brigitte Young macht anhand vieler empirischer Beispiele den "Blick von unten" eindringlich klar und beschreibt die Instabilitäten und Krisen der Finanzmärkte infolge der Asienkrise. Deutlich wird, dass Frauen einerseits von den ökonomischen und sozialen Folgen von Finanzkrisen und Konjunkturschwankungen stärker betroffen sind als Männer - dies gilt insbesondere für die in informellen Wirtschaftsbereichen, der sogenannten Schattenökonomie Tätigen. Andererseits gewährleisten Frauen durch ihre Reproduktionsarbeit und ihre vielfachen ökonomischen Beiträge das Überleben dieser Regionen. Vor diesem Hintergrund plädiert Young für eine stärkere Rezeption feministischer Erkenntnisse aus der Makroökonomie und für deren Integration in die globale Wirtschafts- und Finanzpolitik. Denn erst wenn die Auswirkungen der Finanzkrise auf Frauen in die Verhandlungen zur Entwicklungsfinanzierung einbezogen werden, kann ein menschenwürdiges Dasein, die "menschliche Sicherheit" realisiert werden.
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